Dreieinhalb Jahre Gefängnis, oder 9 Dinge, die man dafür anstellen kann!

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Uli Hoeneß muss wegen Steuerhinterziehung für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Nach Meinung von Richter Rubert Heindl hat er bei seinem Urteil sogar noch Milde walten lassen. Kritiker hingegen wenden ein, die Strafe sei im Verhältnis zu anderen Verfehlungen viel zu hoch ausgefallen. Wie auch immer. Ich bin einmal der Frage nachgegangen, was Sie für rund dreieinhalb Jahre Knast sonst noch alles anstellen können:

 

1. Sie können betrunken im Flugzeug randalieren

Anfang Januar wollte sich ein angetrunkener russischer Passagier auf dem Weg von Moskau in den ägyptischen Badeort Hurghada in 12.000 Metern Höhe eine Zigarette gönnen. Dumm nur, dass auch auf diesem Flug Rauchverbot herrschte. Darüber geriet der Passagier so in Rage, dass er auf ein Crew-Mitglied einschlug und einem anderen Fluggast die Nase brach. Ein Gericht in Moskau verurteilte den Rowdy zu 36 Monaten Haft. Sein Glück: Die Staatsanwaltschaft hatte achteinhalb Jahre Straflager gefordert – wegen versuchter Flugzeugentführung.

2. Einen Secondhand-Laden überfallen

Tatmotiv: Hunger. Das hat ein Brüderpaar aus der Nähe von Darmstadt Ende 2011 hinter Schloss und Riegel gebracht. Das Duo hatte sich zuvor bei ihrem größeren Bruder durchgefuttert. Als der seinen Job verlor und von staatlicher Hilfe leben musste, waren die zwei Jüngeren auf sich allein gestellt. Auf Hartz IV hatten sie keine Lust, arbeiten gehen kam für sie aber auch nicht infrage. Der Bruch mit dem Gesetz war die logische Folge. Auf der Suche nach etwas Essbarem – besser gesagt: einem Finanzierungsweg dafür – überfiel das Brüderpaar von Oktober 2010 bis März 2011 nacheinander eine Videothek, einen Secondhand-Laden und einen Buchladen. Die Richterin kannte kein Pardon: dreieinhalb Jahre Haft wegen besonders schwerer und schwerer räuberischer Erpressung.

3. Sich für Meditation begeistern

Falun Gong ist eine religiöse Bewegung in China zur Kultivierung von Körper und Geist. Aktivisten meditieren in aller Öffentlichkeit – was dem strengen Regime natürlich ein Dorn im Auge ist. Deshalb hat es die Bewegung verbieten lassen. Genau dieses Verbot ist einer Bibliothekarin in Shanghai zum Verhängnis geworden. Weil sich die gute Frau im Internet über Falun Gong informierte und Flugblätter drucken lassen wollte, wurde sie kurzerhand ins Gefängnis gesteckt. Der Prozess stellte sogar den von Uli Hoeneß in den Schatten. Er dauerte gerade mal einen halben Tag.

4. Als Terrorhelfer bei Al-Kaida mitmachen

In Hamburg wird gerade einem Deutsch-Afghanen der Prozess gemacht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Mitglied im Terrornetzwerk Al-Kaida zu sein. Laut Anklage wollte sich der 27-Jährige seit Anfang 2009 am „Heiligen Krieg“ beteiligen. Unter dem Einfluss seines Bruders habe er sich radikalisiert und schließlich in Pakistan zunächst bei einer militanten islamistischen Bewegung und dann bei Al-Kaida an Waffen ausbilden lassen. Auf seiner Flucht nach Bulgarien wurde er geschnappt. Die Staatsanwaltschaft fordert dreieinhalb Jahre Gefängnis.

5. Marihuana an Jugendliche verkaufen

Seine Drogen hat der 24-Jährige sogar auf dem Spielplatz vertickt. Um seine Einkünfte aus Hartz IV aufzubessern, hat ein Mann aus Aachen regelmäßig Kindern und Jugendlichen Marihuana beschafft – in mehr als 400 Fällen. Seine jüngsten Kunden waren 14 Jahre alt. Dafür hat ihn das Landgericht Aachen mit einer drastischen Gefängnisstrafe belegt. Der Grund für die Strafzumessung: Dem Dealer war vorbestraft, ihm war es gerichtlich untersagt, sich Personen unter 18 zu nähern.

6. EU-Gesetze mitbestimmen und sich dafür schmieren lassen

Fast parallel zum Hoeneß-Prozess hat sich im Nachbarland Österreich eine Aufsehen erregender Gerichtsverhandlung abgespielt. Der frühere Innenminister und EU-Abgeordnete Ernst Strasser (ÖVP) ist am Donnerstagabend wegen Bestechlichkeit zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Grund: Strasser soll als früherer ÖVP-Delegationsleiter im Europäischen Parlament – von Lobbyisten bezahlt – Einfluss auf bestimmte EU-Gesetze genommen haben. Der Politiker will das Urteil des Wiener Straflandesgerichts noch anfechten.

7. Omas die Handtasche klauen

Wie kann man sich nur an älteren Damen vergehen? Ein Mann aus Zeitz bei Halle an der Saale kannte offenbar überhaupt keine Hemmschwelle. Gleich 14 Handtaschen-Überfälle gingen 2007 auf sein Konto. Das Beuteschema des Täters: Omas zwischen 70 und 86, die er hinterrücks überfiel. Einer Frau brach er dabei sogar einen Finger. Das Wachpersonal im Gefängnis war hoffentlich nicht so wehrlos…

8. Unschuldige Heimbewohner ans Bett fesseln lassen

Unglaublich aber wahr: Diese Tat ging von einem Richter aus. Der Jurist fungierte als Vormundschaftsrichter. In dieser Funktion ließ er reihenweise Pflegebedürftige ohne die gesetzlich vorgeschriebene Anhörung mit Bauchgurt oder Gittern ans Bett fesseln. Seine Verfehlungen versuchte der Richter auch noch zu vertuschen – indem er Protokolle von Anhörungen erstellte, die niemals stattfanden.

9. Heimlich Nacktaufnahmen von Frauen machen

Sollten Sie tunlichst unterlassen, zumindest wenn Sie als Arzt arbeiten. Ein Gynäkologe aus Schifferstadt (Rheinland-Pfalz) ist vergangenes Jahr zu einer Haftstrafe verurteilt worden, weil er tausende Aufnahmen von seinen Patientinnen gemacht hat – ohne deren Wissen. Der Arzt habe seine Beratungs- und Betreuungsfunktion ausgenutzt und in mehr als 1400 Fällen den höchstpersönlichen Lebensbereich seiner Patientinnen verletzt, befand das Gericht. Pikant: Der Fall flog erst auf, als zwei Arzthelferinnen ihren Chef bei der Polizei verpfiffen.

 

Drei Gründe, warum JA-Sagen erfolgreich und glücklich macht!

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Ja | sa | ger: Substantiv, maskulin, abwertend. Der deutsche Wortgebrauch ist laut Duden nicht schmeichelhaft zu Leuten, die viel Ja sagen. Zu den gängigen Bedeutungen und Assoziationen von Ja-Sagern gehören: klein beigeben, keine Meinung haben, ausnutzen lassen, unterwürfig oder überangepasst sein, nachgeben, zurückstecken, Mitläufer. Auf der Webseite der AOK kann man sogar einen Test machen und sich zum Nein-Sager kurieren lassen.

In meinem Plädoyer zum Ja-Sagen möchte ich nicht beschönigen, dass die genannten Eigenschaften nachahmenswert wären. Aber ich möchte das Wörtchen „Ja” und die häufige Anwendung des selbigen vom Image seines gleichgültigen Stiefbruders – nennen wir ihn besser „Jaja” – befreien und behaupten: Ja-Sager sind glücklicher und erfolgreicher. „Ja” als Lebensmotto bringt mehr Menschen, Erlebnisse, Möglichkeiten, Spontaneität, Mut und Tatsachen in euer Leben. Auch wenn aus Prioritäts- und Disziplin-Gründen ab und zu ein Nein erforderlich ist, eine bejahende Grundeinstellung bringt euch zum Beispiel in diesen beruflichen Situationen weiter:

Netzwerken:

Jeder kennt diese Momente, in denen man nach einem langen Arbeitstag einfach seine Ruhe haben, sich nicht von Branchenkollegen auf Networking-Events mit Sales-Pitches das Ohr abkauen lassen oder seine wertvolle Mittagspause stehlen lassen möchte. Sicherlich besteht die Gefahr, dass in 50 Prozent aller beruflichen Treffen mit neuen Personen eine dieser Situationen eintritt. Nur weiß man nicht, ob das nächste Meeting nicht doch zu den anderen 50 Prozent gehört, die in neuen Inspirationen, Perspektiven oder langfristigen Business-Partnerschaften münden. Wer nie müde wird, andere Menschen in sein Leben zu lassen, aktiv zuhört und sich auf den Gesprächspartner einlässt, hat viel mehr gewonnen. Und selbst wenn das nicht der Fall sein sollte, ein bezahltes Mittagessen oder Freigetränk könnte trotzdem als Trostpreis herausspringen.

Probleme lösen und Ideen generieren:

Die wichtigste Regel beim Brainstorming heißt: Alle Ideen sind erlaubt. Gefiltert und sortiert wird später. Auch bei anderen Kreativitätstechniken, wie dem Assoziieren oder Improvisieren, bedeutet ein Nein die Vollbremsung, die sich übrigens auch als „Ja, aber” tarnen kann. Wer vor neuen Problemen oder kreativen Herausforderungen steht, sollte jeden Gedanken erst einmal zulassen und lieber „warum nicht?” sagen, so abwegig, unrealistisch oder langweilig er erst einmal erscheinen mag. Wer in einem Team arbeitet, das diese Einstellung teilt, kann auf diesem Weg weiterspinnen, bis aus der einst absurden Idee die beste Marketing-Kampagne des Jahres entsteht.

Tatsachen schaffen:

Ein „Ja” ist ein Commitment, anderen und vor allem sich selbst gegenüber. Es ist kein „Vielleicht”, was bei Event-Einladungen grundsätzlich abgeschafft werden sollte. Es ist keine Option, sondern der Beginn eines Plans. Mit der Umsetzung, und sei es zunächst einmal nur der erste Schritt, hat man mehr getan als die meisten „eigentlich müsste man mal”-Sager („eigentlich” – noch so eine verbale Falle). Selbst bei unausweichlichen Situationen kann man mit einer bejahenden Einstellung seine innere Blockade abbauen. Anstelle eines „ich muss” erledigt sich mit einem „ich werde” jede Aufgabe gleich viel einfacher.

 

 

Papst Franziskus fastet zum Jubiläum und ist nicht erreichbar!

Papst-Franziskus

 

Franziskus ist eben ein etwas anderer Papst: Während am Jahrestag seiner Wahl Glückwünsche aus aller Welt eintreffen, ist das Oberhaupt der Katholiken für fast niemanden zu erreichen: Franziskus weilt in den Bergen südöstlich von Rom – zum Fasten.

Glückwünsche aus aller Welt zum ersten Jahrestag seiner Wahl zum Papst haben Franziskus am Donnerstag praktisch nicht erreichen können. Das Oberhaupt der katholischen Kirche verbringt diese Woche zusammen mit den Spitzen der Kurie abgeschieden für die traditionellen Fastenexerzitien in den Albaner Bergen südöstlich von Rom. Im Vatikan herrschte wegen des Jahrestages Festtagsruhe, Franziskus wollte an keiner Feierlichkeit teilnehmen.
Neben den Gratulationen von Staatschefs und einfachen Gläubigen haben die Medien in aller Welt dieses erste Jahr des Pontifikats ausführlich nachgezeichnet und gewürdigt. In Italien wird er als „sanfter Revolutionär“ und „Brückenbauer“ zwischen dem Vatikan und den Gläubigen hervorgehoben. Franziskus hat mit einem offenen neuen Stil, einer demütigen Haltung und dem Plädoyer für eine „arme Kirche der Armen“ als Nachfolger von Benedikt XVI. starke Akzente gesetzt.

Ist der neue Papst nur ein Medienphänomen?

Franziskus werfe aber noch viele Fragen auf, meinte am Jahrestag der Wahl die Turiner Tageszeitung „La Stampa“: „Ist er größtenteils ein Medienphänomen? Geht es ihm allein um seelsorgerische Erneuerung? Oder beginnt in der Kunst der Auslegung der Kirchendoktrin eine neue Phase?“ Vatikan-Sprecher Federico Lombardi hielt fest, Franziskus habe schon „einen großen Impuls für eine Kirche im Aufbruch gegeben.“
„Eine starke Dynamik ist spürbar“, erläuterte Lombardi im Radio Vatikan, und wesentlich in diesem ersten Jahr des Pontifikats von Jorge Mario Bergoglio sei sicherlich die große Aufmerksamkeit für ihn, die starke Anziehungskraft, die er ausübe. Davon zeugen nach wie vor die Massen bei den öffentlichen Auftritten des Papstes auf dem Petersplatz.

Große Zustimmung für Franziskus’ Stil

Eine Eurispes-Umfrage in Italien ergab ein Plebiszit für den Papst: 87 Prozent der Befragten schätzen ihn und seine Art, das zuvor untergrabene Vertrauen in die Kirche ist immerhin wieder auf 50 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Wert seit etwa sechs Jahren.

Erst nach dem Ende dieser Fastenwoche in Ariccia am Freitag nimmt Franziskus wieder öffentliche Termine wahr. Dann beginnen für ihn anstrengende Wochen vor dem Osterfest mit wichtigen Audienzen. So wird US-Präsident Barack Obama für eine Unterredung in Rom erwartet.