Geschichtliche Essenz No.117 – Heute vor 100, 50 und 25 Jahren!

GB.6

 

12. JUNI 1914

Die Spannungen zwischen Griechenland und dem Osmanischen Reich verschärfen sich, als Griechenland mit Chios und Lesbos zwei der vom Osmanischen Reich beanspruchten Ägäischen Inseln besetzt. Die Gefahr eines Krieges wird allerdings durch das Einlenken der osmanischen Regierung gebannt. Zugleich fordert die griechische Regierung in Athen das Osmanische Reich auf, alle Repressionen gegen die griechische Minderheit auf osmanischem Boden einzustellen.

12. JUNI 1964

Bundesjustizminister Ewald Bucher teilt in Bonn auf eine kleine Anfrage der SPD hin mit, dass zur Zeit im Bundesgebiet noch 800 Strafverfahren wegen nationalsozialistischer Straftaten anhängig sind. Bis Ende 1963 seien von deutschen Gerichten 5445 Personen und von den Alliierten 5000 Personen wegen NS-Verbrechen verurteilt worden.
Der schwedische Luftwaffenoberst Stig Wennerström wird vom Stockholmer Stadtgericht wegen Verrats militärischer Geheimnisse zugunsten der UdSSR zu lebenslanger Haft verurteilt.
Die Sowjetunion und die DDR schließen einen auf 20 Jahre befristeten “Vertrag über Freundschaft, gegenseitigen Beistand und Zusammenarbeit”.
“Sie werden sterben, Sire!”, ein Schauspiel von Leopold Ahlsen wird im Schlosspark-Theater Berlin uraufgeführt (Regie: Werner Düggelin, Bühnenbild: Fritz Butz).
Im sog. “Rivonia-Prozess”, der seit 9. Oktober 1963 in Pretoria (Südafrika) gegen Apartheid-Gegner geführt wird, fallen die Urteile. Acht Angeklagte, darunter der Bürgerrechtler Nelson Mandela, werden wegen staatsfeindlicher Aktionen zu lebenslänglicher Haft verurteilt.

12. JUNI 1989

Der sowjetische Partei- und Staatschef Michail Gorbatschow trifft zu einem viertägigen offiziellen Besuch in der Bundesrepublik ein.

Wissensessenz No.18

Rio de Janeiro/ Copacabana Palace/ Hotel

 

In Brasiliens teuerster WM-Stadt Rio de Janeiro steigen die Preise immer noch Tag für Tag, die Fans müssen notgedrungen blechen. Wer jetzt anreist und bis zum Endspiel am 13. Juli in der Stadt bleibt, zahlt bis zu 15.500 Euro.

Selbst Ronaldinho will jetzt mitverdienen an der Fußball-Weltmeisterschaft. Der Ex-Weltstar vom FC Barcelona besitzt ein Anwesen in Rio de Janeiro, das er dieser Tage feilbietet. Wer noch keine Unterkunft in der Hauptstadt derFußball-WM hat, kann seine Villa im noblen Viertel Barra da Tjiuca anmieten. Diese kostet allerdings 34.350 Reais, das sind umgerechnet 11.200 Euro. Pro Tag. Das Anwesen mit Blick über die Bucht von Rio bietet Platz für acht Personen, im Preis inbegriffen ist Ronaldinhos gesamtes Personal. Immerhin.

Schon vor der WM war Brasilien kein preiswertes Land. Der Boom des Schwellenlandes hat die Währung Real in den vergangenen Jahren massiv aufgewertet. Aber jetzt, während des größten Sport-Spektakels der Welt, fallen alle Hemmungen. Kosten-Spitzenreiter ist Rio de Janeiro. Laut der Touristikwebsite Tripadvisor ist die Cidade maravilhosa, die wunderbare Stadt, die teuerste aller zwölf Austragungsorte. Demnach gibt man in Rio täglich umgerechnet durchschnittlich 500 Euro aus – und noch mehr während der Spieltage.
In punkto Hotelpreise ist Cuiabá am teuersten, die Hauptstadt des Bundesstaats Mato Grosso, tief im Westen Brasiliens. Während der vier Gruppenspiele nehmen die Hotels der Stadt für eine Übernachtung im Schnitt 702 Dollar (514 Euro).

Fußball-Fans werden knapp 2,2 Milliarden Euro im Land lassen

600.000 Besucher erwarten die Regierung und die brasilianische Tourismusindustrie bis zum Endspiel am 13. Juli. Und diese werden geschätzte 2,98 Milliarden Dollar (circa 2,2 Milliarden Euro) im Land lassen. Mit Abstand die meisten Besucher kommen aus einem Land, das kaum Chancen auf den Titel hat – den USA.

125.465 US-Amerikaner haben laut Statistik WM-Tickets gekauft. Vermutlich sind die Mehrzahl von ihnen Migranten, die eines der vielen Teams aus Lateinamerika anfeuern. 60.231 Tickets gingen an Kolumbianer, die erstmals seit 16 Jahren wieder mit einem Team bei einer WM vertreten sind.

Aus Deutschland reisen mindestens 55.666 WM-Touristen an. Und die traditionell fußballverrückten Argentinier haben 54.000 Eintrittskarten ergattert. Präsidentin Dilma Rousseff geht allerdings davon aus, dass viermal so viele Anhänger von Leo Messi und seiner Mannschaft ins nahe Brasilien pilgern werden.

Wenn diese zum Beispiel für das erste Spiel der argentinischen Mannschaft gegen Bosnien am Sonntag in Rio de Janeiro noch ein Hotelzimmer suchen, werden sie kaum eines finden: Rios Hotelverband meldet eine Auslastung von 90 Prozent. An Spieltagen steigen die Kosten für ein Zimmer am Zuckerhut auf 492 Euro pro Nacht.

Schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis in Hotels

Wo so viel Geld zu haben ist, wollen auch die Einwohner Rios verdienen. So wie Ronaldinho haben viele von ihnen ihre Wohnungen geräumt, sind zu Verwandten und Freunden gezogen und stellen ihre Unterkünfte während der WM zur Verfügung. Aber auch hier sind die Forderungen exorbitant: Eine Wohnung am berühmten Strand von Ipanema im zweiten Stock eines Apartmenthauses mit einem Zipfel Meerblick soll während der WM 5700 Euro kosten.

Die brasilianische Zeitung “Folha de São Paulo” schrieb kürzlich, dass Rio bei der WM der Spiegel vorgehalten werde: Die Stadt sei nicht nur besonders teuer, sondern habe gleichzeitig ein berüchtigt schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis. Der öffentliche Nahverkehr, die Sauberkeit und vor allem die Sicherheit seien in der wunderbaren Stadt eben nicht ganz so wunderbar.
So bat Bürgermeister Eduardo Paes schon vorab um Entschuldigung. Man dürfe Brasilien nicht mit der Ersten Welt gleichsetzen, sagte er. “Wer hier ankommt und denkt, er sei in England, wird schnell frustriert sein.”

Die Preise jedenfalls dürften deutlich höher sein. Schon vor der WM kostete eine Kugel Eis an der Copacabana mehr als drei Euro. Derzeit legt man mancherorts noch mindestens einen oben drauf. Auch ein Sandwich gibt es kaum für weniger als acht Euro, ein Glas Orangensaft kostet drei Euro. Für manchen WM-Touristen wird der Ausflug nach Brasilien zur unfreiwilligen Diät.

Geschichtliche Essenz No.116 – Heute vor 100, 50 und 25 Jahren!

GB.6

 

11. JUNI 1914

In der französischen Stadt Lyon beschließt der Internationale Leichtathletikverband die Normung aller Maße und Geräte sowie offizielle Kriterien für die Anerkennung von Weltrekorden. Dadurch wird u. a. die deutsche 4 x 100-m-Staffel nachträglich als Weltrekordhalter bestätigt; sie war im Rahmen der Olympischen Spiele am 8. Juli 1912 in Stockholm eine Zeit von 42,3 sec gelaufen.
Vor dem britischen Unterhaus in London leugnet Außenminister Sir Edward Grey den Beginn von Verhandlungen über ein britisch-russisches Flottenabkommen. Obwohl über die sog. Tripelentente mit dem zaristischen Russland verbündet, bestehen bisher keine militärischen Absprachen zwischen beiden Staaten.
Der deutsche Kaiser Wilhelm II. reist zu einem sechstägigen Besuch beim österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand auf das böhmische Landgut Konopište. Er wird dabei vom Chef des Reichsmarineamts, Großadmiral Alfred von Tirpitz begleitet. Dem Besuch kommt hohe politische Bedeutung zu, da sich Tirpitz – im Gegensatz zu Franz Ferdinand – für eine militärische Lösung der politischen Probleme Österreich-Ungarns in Südosteuropa ausspricht.

11. JUNI 1964

Bei einem Überfall auf die katholische Volksschule in Köln-Volkhoven ersticht ein offenbar geistesgestörter 42 Jahre alter Mann zwei Lehrerinnen und verletzt 28 Kinder mit einem Flammenwerfer.
Das Parlament in Norwegen beschließt nach dem Vorbild Dänemarks, Finnlands und Schwedens, den Vereinten Nationen (UN) für eine Ordnungstruppe ein ständiges Kontingent von Offizieren und Mannschaften aus Freiwilligen zur Verfügung zu stellen.
Die USA schließen mit der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) ein Abkommen, demzufolge sie vier zivile Kernreaktoren der Kontrolle der IAEO unterstellen. Die laufende Überprüfung soll garantieren, dass diese Atomkraftwerke nicht für militärische Zwecke verwendet werden.
In Berlin (West) wird im Stadtteil Charlottenburg die 250 000. Wohnung übergeben, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im westlichen Teil der Stadt fertiggestellt wurde.

11. JUNI 1989

Gewinner des Deutschen Derbys in Hamburg sind im Springreiten John Whitaker (GBR) und in der Dressur Johann Hinnemann (BRD) und Jenny Eriksson (FIN).
Mit einem Festgottesdienst, an dem auch DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker teilnimmt, wird der Dom in Greifswald nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wieder eingeweiht.
Der französische Radprofi Laurent Fignon wird Gesamtsieger der 72. Italienrundfahrt Giro d’Italia vor dem Italiener Flavio Giupponi und Andrew Hampston aus den USA.