Auf die persönlichen Stärken und Talente setzen!

Unsere Talente sind wertvoll. Sie müssen sie entdecken und kultivieren. Viele Menschen haben aus Bescheidenheit Mühe die Frage: «Haben Sie Talent?» zu beantworten. Die eigenen Fähigkeiten explizit herauszustellen ist ungewohnt. Viele wissen aber auch gar nicht so genau, wo ihre individuellen Talente liegen. Muss ein Talent nicht etwas besonderes, etwas herausragendes sein?

Die Antwort ist Nein. Nicht immer sind Talente so augenfällig wie die motorische Begabung eines Balletttänzers oder das Ballgefühl eines Profifussballers. Wir alle besitzen jedoch besondere Fähigkeiten. Sie müssen Sie nur entdecken und kultivieren, damit sie sich voll entfalten können. Stellen Sie sich ein Klassentreffen vor nach 30 Jahren.

Bei dem einen oder anderen haben wir bereits Mühe, den einstigen Mitschüler zu entdecken. Andere sind erstaunlich jung geblieben. Bei manchen wundern wir uns: Warum hat der blitzgescheite Schüler keine Karriere gemacht? Und wie hat derjenige, der oft schlechte Noten bekam, wenig motiviert war und oft schwänzte, es nur geschafft, als Unternehmer so erfolgreich zu werden?

Die Erkenntnis: Manchmal fällt es demjenigen leichter, sein Talent zu erkennen und zu nutzen, der nicht im Überfluss und in vielen verschiedenen Bereichen damit gesegnet ist. Wer vermeintlich alles kann, dem fällt es dagegen oft schwer, sein Spielfeld zu finden und sich darauf zu konzentrieren. Das ist jedoch die Voraussetzung für ein erfolgreiches Leben.

Erfolgreiche Menschen leben Ihre Stärken

Die meisten von uns haben sich in der Schule mehr auf die Schwächen als auf die Stärken fokussiert. Ohne mathematische Fähigkeiten ist ein guter Schulabschluss schwer. Ohne mathematisches Talent bleiben wir auch mit Nachhilfe nur mathematisches Mittelmass. Das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Auf der Basis unserer vielleicht sprachlichen, vielleicht kreativen oder handwerklichen Talente aber können wir besondere Leistungen vollbringen. Es gibt, nach Howard Gardner nicht eine, sondern multiple Intelligenzen, nämlich: die Sprachliche , die Musikalische, die Logisch-Mathematische, die Räumlich-Abstrakte, die Körperlich-Kinästhetische, die Intrapersonale, die Interpersonale, die Naturalistische und die Existenzielle Intelligenz.

Sprachliche Intelligenz: Die Fähigkeit, Sprache treffsicher einzusetzen, um die eigenen Gedanken auszudrücken und zu reflektieren. Auch die Fähigkeit, das Sprechen anderer zu verstehen, gehört zur sprachlichen Intelligenz.
Berufe: DichterIn, SchriftstellerIn, JournalistIn, RechtsanwältIn, SprachwissenschaftlerIn.

Musikalische Intelligenz: Die Fähigkeit, Musik zu komponieren oder zu spielen, ein besonderes Gefühl für Klang, Harmonie, Rhythmus und Intonation gehört dazu, ebenso eine entsprechende Hörfähigkeit. Berufe: MusikerIn, KomponistIn, DirigentIn.

Logisch-Mathematische Intelligenz: Die Fähigkeit, Schlussfolgerungen aufzustellen bzw. zu verstehen, mit Abstraktionen und Strukturen leicht umgehen zu können. Die logisch-mathematische Intelligenz bezeichnet auch die Fähigkeit mit Zahlen, Mengen und mentalen Operationen umzugehen. Berufe: WissenschaftlerIn, Computerfachleute, PhilosophIn.

Räumliche Intelligenz: Die Fähigkeit, räumliche Zusammenhänge leicht zu erkennen und gedanklich umformen zu können. Sie geht einher mit einem stark ausgebildeten räumlichen Vorstellungsvermögen. Berufe: ArchitektIn, KünstlerIn, BildhauerIn, SchachspielerIn, SeefahrerIn, KartographIn.

Körperlich-Kinästhetische Intelligenz: Die Fähigkeit zu einer aussergewöhnlichen Beherrschung, Kontrolle und Koordination des Körpers und einzelner Körperteile.
Berufe: SportlerIn, SchauspielerIn, TänzerIn, ChirurgIn.

Intrapersonale Intelligenz: Die Fähigkeit, seine Impulse zu kontrollieren, eigene Grenzen zu kennen und mit den eigenen Gefühlen klug umzugehen.
Berufe: SchriftstellerIn, SchauspielerIn, KünstlerIn.

Interpersonale Intelligenz: Die Fähigkeit, andere Menschen zu verstehen und mit ihnen einfühlsam zu kommunizieren. Berufe: TherapeutIn, PolitikerIn, LehrerIn, VerkäuferIn.

Naturalistische Intelligenz: Die Fähigkeit, Lebendiges zu beobachten, zu unterscheiden und zu erkennen, sowie eine Sensibilität für Naturphänomene zu entwickeln. Berufe: BiologIn, FörsterIn, BotanikerIn, (Tier)ÄrztIn.

Existentielle Intelligenz: Die neueste Intelligenz-Art. Sie wird auch als potentielle Intelligenz bezeichnet. Gardner versteht darunter die Fähigkeit, grundlegende Fragen der Existenz zu verstehen und zu durchdenken. Berufe: PhilosophIn.
Ob diese Fähigkeit tatsächlich als unabhängige Intelligenzart gelten kann, bleibt weiterer Forschung überlassen.

Welche Arten der Intelligenz herrschen bei Ihnen vor?

 

Souveränität in chaotischen Zeiten

Es gibt ja so Tage, da geht einfach gar nichts. Das beginnt schon beim aufstehen. Kopfweh. Alles klar, das wird nix heute. Beim Frühstück stellen Sie fest, dass Sie gestern vergessen haben, Müsli zu kaufen. Das Auto springt nicht an, die Bahn fährt Ihnen vor der Nase weg. Im Büro haben Sie ein unangenehmes Gespräch mit dem Chef, noch dazu wegen einer Sache die Sie gar nicht verursacht haben. Aber wenigstens das Konzert am Abend, auf das Sie sich schon so lange gefreut haben wird Sie erfreuen. Pustekuchen! Es fällt wegen Krankheit des Künstlers aus.

Im Kleinen wie im Großen

Manche Zeiten im Leben halten eine wahre Flut solcher Ereignisse für uns parat. Gerade sind Sie dabei, eine schwere Trennung zu verarbeiten. Als sei das nicht schon genug wird Ihnen gesagt, dass in Ihrer Firma Umstrukturierungen anstehen und es ist nicht sicher, ob Sie Ihren Arbeitsplatz behalten. Das sind für sich genommen schon zwei harte Brocken. Doch der Orkan nimmt noch weiter Kurs in Ihre Richtung. Ein Ereignis, eine Erkrankung oder etwas Ähnliches zwingt Sie, sich plötzlich intensiv um Ihre Eltern zu kümmern. Das wirft dann alle Pläne über den Haufen, Sie müssen ad hoc umschalten und als Schaltzentrale zwischen Ärzten, Krankenhaus, Pflegeeinrichtungen und Krankenkasse fungieren. Die zunehmende Bedürftigkeit der eigenen Eltern ist an sich schon eine große Aufgabe. Wenn dann allerdings noch zusätzliche Lebensbereiche einer Revision bedürfen kann man schon mal kapitulieren. Das reinste Chaos!

Sie sind nicht allein

Ich habe schon viele solcher Geschichten gehört, einschließlich meiner eigenen. Und was soll ich Ihnen sagen? Sie sind nicht allein. Fast jeder Mensch erlebt solche turbulenten Zeiten. Nur ein kleiner Trost, aber immerhin.

Wenn das Leben Sie zwingt zu reagieren ist zunächst eines wichtig: nicht in Panik zu geraten. Oft meinen wir, wir müssten uns Sorgen machen, lamentieren oder schreien. Auf jeden Fall in den Kampf ziehen und uns verteidigen. Als erste Reaktion sehr verständlich. Ich bin der Meinung, dass jeder auch ein Recht auf jammern haben sollte. Manchmal muss der ganze Müll auch mal verbal heraus. Das erleichtert fürs Erste.

Dennoch, damit ändert sich nichts.

Seneca sagt: „Auch nach einer schlechten Ernte muss man säen.“