Intelligenz und Vernunft

Intelligenz ist die Fähigkeit, gespeicherte Informationen zum Zwecke der Lebenserhaltung anzuwenden. Sie ist die Grundvoraussetzung des Lebens. Die einfachsten Organismen verfügen über eine gigantische Menge an Informationen. Sie verfügen über ein neuronales Netz.

Darin findet der Austausch von Informationen statt. Ganz allgemein kann man diesen Austausch als Intelligenz definieren. Unsere bisherigen Kenntnisse der mathematischen Kybernetik über vernetze Systeme, erschienen uns hierbei geradezu als rudimentär, bestenfalls als eine Art erste Ermutigung zur Erklärung von lebenden Systemen.

Die Datenmenge ist so riesig und die Beziehungen so komplex, dass man sie eher mit einem Ozean voller Informationen vergleichen könnte. Im Nanobereich arbeiten neuronale Kraftmaschinen auf lebenden Datenspeicher. Sie organisieren hochkomplexe Abläufe. Dieses Miteinander erscheint uns dann im makroskopischen Raum als Leben.

Nun gibt es noch die Evolution. Sie ist die Grundvoraussetzung für hoch entwickeltes Leben. Die Evolution setzt die Existenz geeigneter Lebensräume voraus. Diese haben wir auf der Erde in vielfältigster Weise vorgefunden. Simpel gesagt, liefert die Erde die Brutkästen, in denen das Leben aufwächst. Wir sind also das Produkt der Erde.

Unsere Gestalt, die molekulare Zusammensetzung, die Energiekreisläufe, ja sogar unsere geistigen Fähigkeiten sind hochspezifisch mit der Erde verknüpft. Werden wir von ihr getrennt, ergreift uns eine ungeheuere emotionale Sehnsucht. Das spüren alle Kosmonauten, wenn sie den erdnahen Raum verlassen.

Gleichsam wie ein Kind, dass von der Mutter getrennt wird. Nun hatte die Evolution eine ungeheuere Zahl an Arten entwickelt. Dabei wirkten vollkommen analoge Bedingungen auf die Lebewesen.

Wir bezeichnen sie als Biotope. In den Biotopen kommt es auf das vernünftige Zusammenleben aller Organismen an. Vernunft ist das Leitmotiv der Biotope, nur so ist ein abgestimmtes miteinander möglich. Alle sind aufeinander angewiesen und bewegen sich auf ein Optimum zu. Wenn für die Entstehung des Lebens die Intelligenz eine Grundvoraussetzung war, so sind es für die Entstehung von Arten die Biotope.

Die Haupttriebkraft der Evolution in den Biotopen ist die Fähigkeit des Lebens sich selbst zu reproduzieren. Deshalb sind Sterben und die Vermehrung fundamentale Voraussetzungen für das entwickelte Leben. Aus Sicht eines Kybernetikers könnte man die Fortentwicklung der Artenvielfalt wie den Neustart am Computer begreifen.

Nun sind die Lebewesen weit aus komplexer. Wir dringen mit unseren Computern in diesen riesigen Raum an Informationen ein. Mag sein, dass unsere Computer noch ganz primitive Dampfer sind. Wir haben aber diese neue Welt entdeckt, soll heißen, wir sind auf dem Weg zur unserer Seele in eine ganz neue Welt eingedrungen.